Surin Islands

 

 

In der Nacht wird die Fahrtstrecke zu den Surin Islands zurückgelegt. Ich schlafe an Deck. Das Brummen der Schiffsmotoren und das Schaukeln der Wellen lässt mich in traumlosen Schlaf versinken. Als ich die Augen wieder aufschlage, ankern wir bereits vor den Inseln. Es dämmert bereits, Lärm erschallt aus den Bäumen, die dunkel und mächtig neben dem Schiff aufragen. Vogelrufe, Zwitschern und Zirpen dringen aus dem Dickicht. Der schon todesblasse Mond geht unter im Meer. "Brieeeeeefing", höre ich eine Stimme durch das Dämmerlicht rufen. Schlaftrunken höre ich etwa 15 Minuten später den Guide von Granitfelsen, Strömungen und Barrakudas sprechen.

 

Unter Wasser - der Tauchplatz heißt Boulder Village - umschwimmen wir dann tatsächlich mächtige Granitfelsen, sehen Schwärme von Barrakudas, unzählige Warzenschnecken und baden in bunten Fischschulen.

 

Auf den Tauchgängen, die dem ersten folgen, wechseln Granitformationen - teilweise abenteuerlich übereinander getürmt - und Steinkorallenhänge einander ab. Riesenmuränen, Napoleons, Schnecken, Fangschreckenkrebse, gebänderte Scherengarnelen, kleine gelbe Riffbarsche und Makrelen begleiten unsere Tauchgänge. Am Marshall Rock werden wir von der Strömung weggespült. Den Höhepunkt bilden die Tauchgänge am Richelieu Rock. Eine Granitfelsenformation mitten im Meer, deren Spitze bei Ebbe manchmal über die Oberfläche ragt. Die Sicht ist außergewöhnlich gut und unter Wasser kann man das gesamte "Hufeisen" überblicken. Lila und rosa Weichkorallen sowie unglaubliche Fischschwärme beherrschen die Szenerie. Zweipunktschnapper, Makrelen, Chromis und Barrakudas bilden Wolken über dem leuchtend bunten Riff. Skorpionsfische blicken uninteressiert an den Tauchern vorbei. Neben dem Indischen Rotfeuerfisch findet man zahlreiche Zebrazwergfeuerfische und Mombasa Feuerfische. Ein Fangschreckenkrebs späht aus einer Felsnische hervor. In den oberflächennahen Bereichen wuchern Anemonen mit ihren kleinen orangefarbigen Bewohnern. Eine der, wie ich finde, am schönsten gefärbten Schnecken, Chromodoris annulata, zieht über den felsigen Grund. Eine Gruppe riesiger Barrakudas harrt unbeweglich und unbeeindruckt in Bodennähe aus. Einen Wermutstropfen bilden die vielen anderen Taucher, die auch schon fast einem Fischschwarm gleichkommen. Aber irgendwie passen sie in das Bild des völlig überbevölkerten Felsens mitten im Meer...

 

 

Februar 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Christine Rauter